On the occasion of the VIENNA DESIGN WEEK, a representative cross-section of Stefan Oláh's photographic oeuvre can be seen for the first time in a solo exhibition at gallery rauminhalt_harald bichler. This show, curated by Ulrike Matzer, presents photographs from recent years which are documenting Austrian architecture from the 1950s, 1960s and 1970s. So far, Stefan Oláh's photographs are mainly known from his books, which met with a great response. While in the medium of the book the motifs have an effect in their serial sequence, in the format of the exhibition the focus is on the individual picture. The artistic aspect of the photographs is more strongly emphasized here. The associative arrangement of the motifs, directs attention to materials, structures, forms, and colors. The photographic qualities are highlighted in the same way as the architectural peculiarities.

 

Oláh often managed to document buildings thoroughly before they were rebuilt or demolished. The architectural heritage of the post-war period is fragile and threatened with disappearance. At the same time, the buildings of this period are increasingly appreciated. The Austrian architecture of the 1950s, often referred to as "moderately modern", captivates with its unobtrusive, graceful elegance. The care taken in the choice of materials is reflected in details such as handrails and wall coverings. "Brutalistic" buildings made of exposed concrete, on the other hand, as they emerged in the 1960s, often represent massive monumental landmarks. The architectures of the 1970s bear witness to the mood of optimism at this time: the palette of this future-oriented formal language ranges from futuristic structures reminiscent of space stations, to plastic elements in trendy, bright colours, to psychedelic party landscapes.

 

All of Stefan Oláh's photographs are based on profound knowledge of the history of each individual building. His objective view of things allows a re-evaluation of what already exists and carries out architectural analysis with visual means. With his analogue large-format camera, he always approaches the objects from a "human" point of view. He does not arrange or prettify anything for the shots, but merely chooses the perspective that is appropriate to him. The photographs are taken only in natural light, which sometimes entails long exposure times. He also refrains from subsequent corrections. Only a few prints were cut slightly for this show in order to emphasize the pictorial quality of the motifs.

(Translation of the original German text by Ulrike Matzer)

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GERMAN ORIGINAL TEXT:

 

Aus Anlass der Vienna Design Week ist erstmals ein repräsentativer Querschnitt durch das fotografische Œuvre von Stefan Oláh in einer Einzelausstellung zu sehen. Diese von Ulrike Matzer kuratierte Schau zeigt Aufnahmen der letzten Jahre, die österreichische Architekturen aus den 1950er-, 60er- und 70er-Jahren dokumentieren. Bislang sind Stefan Oláhs Fotografien vor allem aus dessen Büchern bekannt, die auf großes Echo stießen. Kommen im Medium Buch die Motive in ihrer seriellen Abfolge zur Wirkung, so liegt im Format Ausstellung der Fokus auf dem einzelnen Bild. Der künstlerische Aspekt der Aufnahmen wird hier stärker betont, der ästhetische Eigensinn von Oláhs „angewandter“ Fotografie. Das assoziative Arrangement der meist nahsichtig aufgenommenen Motive lenkt das Augenmerk auf Materialien, Strukturen, Formen und Farben. Die fotografischen Qualitäten treten dadurch ebenso hervor wie die baukünstlerischen Besonderheiten der Objekte.

 

Oft schon gelang es Oláh, Gebäude vor ihrem Umbau oder Abriss nochmals gründlich zu dokumentieren. Das architektonische Erbe der Nachkriegszeit ist fragil und vom Verschwinden bedroht. Zugleich erfahren die Bauten dieser Periode inzwischen zunehmende Wertschätzung. Die gern als „moderat modern“ apostrophierte österreichische Architektur der 50er-Jahre besticht durch ihre unaufdringliche, grazile Eleganz. Die Sorgfalt der Materialwahl zeigt sich in Ausstattungsdetails wie Handläufen und Wandverkleidungen. „Brutalistische“ Bauwerke aus Sichtbeton dagegen, wie sie in den 60er-Jahren aufkamen, stellen oft wuchtig monumentale Landmarks dar. Besonders im hochalpinen Raum entfalten sie ihre skulpturale Wirkung. Die Architekturen der 70er-Jahre schließlich zeugen von der damaligen Aufbruchstimmung: Von futuristischen Gebilden, die an Raumstationen erinnern, über Kunststoffelemente in poppig bunten Farben bis hin zu psychedelischen Partylandschaften reicht die Palette dieser zukunftsfreudigen Formensprache.

 

Alle Aufnahmen von Stefan Oláh basieren auf profundem Wissen zur Geschichte jedes einzelnen Baus. Seine sachliche Sicht auf die Dinge erlaubt eine Neubewertung des Vorhandenen, er betreibt gleichsam Architekturanalyse mit visuellen Mitteln. Mit seiner analogen Großformatkamera nähert er sich den Objekten stets von einem „menschlichen“ Standpunkt an. Für die Aufnahmen arrangiert oder behübscht er nichts, sondern wählt bloß die ihm adäquate Perspektive. Fotografiert wird nur bei natürlichem Licht, was teils lange Belichtungszeiten mit sich bringt. Auch von nachträglichen Korrekturen sieht er ab. Lediglich leicht beschnitten wurden einige Abzüge für diese Schau, um das Bildhafte der Motive zu pointieren.

 

Text: Ulrike Matzer

13.09. - 12.10.2019
Stefan Oláh
curated by
Ulrike Matzer
 
Opening:
12.09.2019, 18:00–21:00
program partner
VIENNA DESIGN WEEK 2019
TALK:
02.10.2019, 19:00
with
Ulrike Matzer (Curator)
Anna Hanreich (Curator, photography, Albertina)
Stefan Oláh (photographer)

 

Download Press Information:

Schleifmühlgasse 13  - 1040 Vienna

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