rauminhalt_harald bichler
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Irene Maria Ganser's works do not depict nature – they make its transformation visible. In her objects, processes appear preserved, frozen in time, as it were, yet they refer to ongoing transformation. For Ganser, material becomes not only form, but also a carrier of history.
In the Kollmütz table series, for example, the artist removes the surface of an old wine press and transforms it into new contexts. The press, which is up to 200 years old, brings traces of use, ageing and transience to the work. In this way, lived time and material memory become central elements of the artistic statement.
Ganser's oeuvre revolves around the fragility and mutability of natural processes – her works speak of change as an aesthetic and existential condition.
Irene Maria Ganser is an Austrian artist who works with objects, materials and installations. Her practice focuses on natural processes, time and transformation. By using found materials, often with historical significance, she makes change visible and gives hidden stories a new form.
In Stefan Oláh's work, too, change is not treated as a visible process, but as an epistemic shift. In his series on the Natural History Museum in Vienna, he focuses on the conditions of scientific perception. A depot image from the basement of the NHM shows wooden boxes containing sediment from the excavation of the Venus of Willendorf (1908), whose contents are still being re-examined today. It is not the object that changes, but the strategies for understanding it.
Stefan Oláh, who lives and works in Vienna and Upper Austria, is one of Austria's most important architectural and cultural photographers. He has been shaping architectural photography for decades with monographic publications. His serial works tell of the cultural significance of buildings, and he continues to develop contemporary photography as an artistic practice.
- German Version -
Die Arbeiten von Irene Maria Ganser stellen Natur nicht dar – sie machen ihre Veränderung sichtbar. In ihren Objekten erscheinen Prozesse wie konserviert, gleichsam eingefroren in der Zeit, und verweisen doch auf fortlaufende Transformation. Material wird bei Ganser nicht nur Form, sondern Träger von Geschichte.
In der Tischserie Kollmütz etwa löst die Künstlerin die Oberfläche einer alten Weinpresse ab und transformiert sie in neue Kontexte. Die bis zu 200 Jahre alte Presse bringt ihre Spuren von Nutzung, Alterung und Vergänglichkeit in das Werk ein. So werden gelebte Zeit und materielle Erinnerung zu zentralen Elementen der künstlerischen Aussage.
Gansers Oeuvre kreist um die Fragilität und Wandelbarkeit natürlicher Prozesse – ihre Arbeiten erzählen von Veränderung als ästhetischem und existentiellem Zustand.
Irene Maria Ganser ist eine österreichische Künstlerin, die mit Objekt, Material und Installation arbeitet. Im Zentrum ihrer Praxis steht die Auseinandersetzung mit natürlichen Prozessen, Zeit und Transformation. Durch die Verwendung vorgefundener, oft historisch aufgeladener Materialien macht sie Veränderung sichtbar und verleiht verborgenen Geschichten eine neue Form.
Auch in den Arbeiten von Stefan Oláh wird Veränderung nicht als sichtbarer Prozess, sondern als epistemische Verschiebung verhandelt. In seiner Serie zum Naturhistorischen Museum Wien richtet er den Blick auf die Bedingungen wissenschaftlicher Wahrnehmung. Ein Depotbild aus dem Keller des NHM zeigt Holzkisten mit Sediment der Ausgrabung der Venus von Willendorf (1908), deren Inhalt bis heute immer wieder neu befragt wird. Nicht das Objekt verändert sich, sondern die Strategien seiner Erkenntnis.
Stefan Oláh, lebt und arbeitet in Wien und Oberösterreich, zählt zu den bedeutendsten Architektur- und Kulturfotografen Österreichs. Seit Jahrzehnten prägt er die Architekturfotografie mit monografischen Publikationen. Seine seriellen Arbeiten erzählen von der kulturellen Bedeutung des Gebauten und er entwickelt zeitgenössische Fotografie als künstlerische Praxis weiter.


