rauminhalt_harald bichler
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7.8. – 5.9.2026
TIMESKIP
Christoph Wimmer-Ruelland
Gespräch mit Marlies Wirth
(Kuratorin für digitale Kultur)
Christoph Wimmer-Ruelland (Designer/Künstler)
moderiert von Mia Meus (Designerin/Kuratorin)
am Dienstag, 1.9.2026, 18.00
Wie überleben Objekte, wenn das System, das sie hervorgebracht hat, nicht mehr existiert?
Was bleibt, wenn Überfluss der Knappheit weicht und Konsum nicht länger durch endlose
Produktion aufrechterhalten wird?
TIMESKIP, die erste Einzelausstellung von Christoph Wimmer-Ruelland in der Galerie
Rauminhalt, entwirft ein spekulatives Zukunftsszenario, in dem die industrielle
Massenproduktion zum Stillstand gekommen ist. Aufbauend auf dem fiktiven Universum seines
fortlaufenden Forschungsprojekts We never named them until it was sure they would survive
zeichnet die Ausstellung eine Welt, in der die Menschheit gezwungen ist, ihre Beziehung zur
materiellen Kultur grundlegend neu zu denken.
Alltagsgegenstände bleiben in ihrer ursprünglichen Funktion vollständig erhalten. Durch eine Knotentechnik, die aus der Survival- und Prepper-Kultur stammt, werden sie jedoch
temporär zu neuen funktionalen Einheiten verbunden. Diese monochromen Assemblagen löschen die Identität ihrer einzelnen Bestandteile nicht aus, sondern ermöglichen es, mehrere
Objekte innerhalb einer neuen Struktur miteinander in Beziehung zu setzen. Wird der Knoten gelöst, kehrt jedes Element unmittelbar zu seiner ursprünglichen Funktion zurück oder
kann Teil einer neuen Konstellation werden. Nichts ist von Dauer; Transformation bleibt
reversibel.
So entsteht ein System, das auf Anpassungsfähigkeit basiert und Objekte zugleich einen ästhetischen, funktionalen und strukturellen Wert besitzen. Jede Assemblage entsteht aus
einem kontinuierlich wachsenden Archiv lokal gesammelter Alltagsgegenstände, die über einen
längeren Zeitraum zusammengetragen und immer wieder neu kombiniert werden. Objekte werden
nicht länger als abgeschlossene Produkte verstanden, sondern als Ressourcen innerhalb eines sich stetig wandelnden materiellen Ökosystems. Die Ausstellung lädt Besucher dazu ein, sich durch wechselnde Beziehungen zwischen Objekt, Raum und menschlichem Handeln zu bewegen. Durch die Galerie Rauminhalt entfaltet sich ein räumlicher Übergang von der äußeren Welt hin zu einem zunehmend introspektiven, erfahrbaren Raum: von Beobachtung und Reflexion über Balance und Transformation bis hin zu einem Blick nach innen. Dabei stellt TIMESKIP nicht nur die Frage, was wir herstellen, sondern auch, was wir bewahren möchten und welche vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen menschlichen Bedürfnisse unser Handeln bestimmen.
Christoph Wimmer-Ruelland ist ein austro-kanadischer Designer und Künstler mit Sitz in
Wien. Im Zentrum seiner Praxis steht die Verschiebung von Objekten aus ihrem gewohnten
Kontext, um ihre Funktionen, Codes und die Systeme, die sie verkörpern, zu hinterfragen.
Anstatt neue Objekte von Grund auf zu entwickeln, untersucht er bestehende Konventionen und denkt sie im Kontext gesellschaftlicher und industrieller Veränderungen neu.
Er studierte Industriedesign an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Paolo Piva
und Stefan Diez und absolvierte anschließend den Masterstudiengang Contextual Design an der
Design Academy Eindhoven (Abschluss cum laude). Seine konzeptionelle Arbeitsweise verbindet Design, Kunst, Forschung sowie Ausstellungs- und Raumgestaltung.
Seine Arbeiten wurden zuletzt international präsentiert, unter anderem bei Alcova während
der Milan Design Week, im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt sowie in der Galerie
Pourvous in Hyères. Zu den kommenden Ausstellungen und Projekten zählen die Eröffnung
der ersten Nord Amerikanischen Design Trienniale im Walker Art Center in Minneapolis, der Alcova Shop in Mailand sowie Projekte im Rahmen der Paris Design Week und der Dutch Design Week. TIMESKIP markiert seine Rückkehr nach Wien und seine erste Einzelausstellung bei
Harald Bichler in der Galerie Rauminhalt.
Kuration und Szenografie:
Hanna Gassner und Christoph Wimmer-Ruelland
Herzlicher Dank an:
Harald Bichler, Hanna Gassner, Weingut Gassner, Grieskirchner, Paule Ruelland und Thomas
Wimmer, Robert und Marianne Gassner, Fiona Liewehr, Mia Meus
Gefördert von Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, Rebublik Österreich
In liebevoller Erinnerung an André Brassard






