Please scroll down for German version
Christiane Reiter - greying

With her new series greying, a block of works consisting of 3 chapters of 12 framed drawings each (format 100 x 70 cm) and assembled together, Christiane Reiter consistently continues her process of compression and creation in drawing, which started with the series "THIS IS SO ME" (2017/18), was continued with the series PIGS N' PIGGIES (2020) (exhibited at Galerie rauminhalt 2021) and now presents itself with very recent works in 2022.

The intervals between the work blocks correspond roughly to the periods of time that the artist needs purely for the manual implementation in daily repetitive work periods following the development phase of an "algorithm" that forms the basis of each series of works. This already mentions the two constituent elements of Reiter's artistic practice, which, in their respective specific forms, define her work like the proverbial two sides of a coin.

The "algorithm"
The premise and foundation for her artistic work is a self-imposed and regulating framework of rules and guidelines that liberates the artist from unwanted aesthetic and iconographic formal questions. All focus is on the action, the condensation of the application and the work that reveals itself as the result and expression of this action. The same is the case for the artist herself, who never seeks to fully understand or analyse her work in order to preserve a secret for herself and her works. In this way, the works seem to silently express aspects of knowledge that must nevertheless necessarily remain unspoken.

The practice

The "algorithms" are usually executed with coloured pencil, which Christiane Reiter meticulously draws by hand on paper, stroke by stroke and layer by layer, compressing them into colour fields. In this sense, one can only speak of drawings in the broadest sense - rather, it is a process of marking. In these contemplative processes, the artist herself is "completely present and at the same time far away". A state that is directly reflected in the impact of the works, which, in reference to Walter Benjamin's concept of aura, who defined it "as the unique appearance of a distance, as close as it may be", only reveal their meaning in and through their overlapping.

The greying algorithm
In greying the rules are based on the 12 shades of grey - 6 cold greys and 6 warm greys - of an existing pencil palette, as well as the diameter and length of a pencil.
The entire work consists of 36 individual pictures in the format 100 x 70 cm and is divided into 3 chapters of 12 sheets each.
The shape of the segments is based on the dimensions of a pencil with a diameter of 0.7 cm and a length of 17.5 cm.
Each of the chapters was basically designed as a horizontal block of 3 (in height) and 4 (in width) framed works; the actual hanging in the particular location nevertheless remains variable.

20.10. - 26.11.2022

Christiane Reiter
"greying "
 
Opening
Thursday, 20.10.2022
 
Program partner
VIENNA ART WEEK  2022

 

 

Event during VIENNA ART WEEK

Thursday, 24.11.2022, 17:30-19:00

Exhibition tour with Christiane Reiter


 

German version
Christiane Reiter - greying

Mit ihrer neuen Werkserie greying, einem aus 3 Kapiteln zu jeweils 12 gerahmten Zeichnungen (Format 100 x 70 cm) bestehenden und zusammengesetzten Werkblock, setzt Christiane Reiter ihren zeichnerischen Verdichtungs- und Schaffensprozess konsequent fort, der mit der Serie „THIS IS SO ME“ (2017/18) begann, mit der Serie PIGS N’ PIGGIES (2020) fortgeführt wurde (ausgestellt in der Galerie rauminhalt 2021) und sich nun 2022 mit ganz aktuellen Arbeiten präsentiert.

Die Abstände zwischen den genannten Werkblöcken entsprechen dabei in etwa jenen Zeiträumen, die die Künstlerin im Anschluss an die Entwicklungsphase eines „Algorithmus“, der jeder Werkserie zugrunde liegt, rein für die handwerkliche Umsetzung in tagtäglich repetitiven Arbeitsperioden benötigt. Womit auch schon die beiden Konstituenten Reiters künstlerischen Praxis genannt sind, die in ihren jeweils spezifischen Ausprägungen ihre Arbeit wie die sprichwörtlichen zwei Seiten einer Medaille bestimmen.

 

Der „Algorithmus“

Voraussetzung und Grundlage für ihr künstlerisches Schaffen ist ein ihr selbst vorweg auferlegter und reglementierender Handlungsrahmen aus Regeln und Vorgaben, der die Künstlerin von ungewollten ästhetischen und ikonografischen Gestaltungsfragen befreit. Alle Konzentration gilt der Handlung, der Verdichtung des Auftragens und dem Werk, das sich als Ergebnis und Ausdruck dieser Handlung zeigt. Das gilt auch für die Künstlerin selbst, die ihre Arbeit nie vollständig zu verstehen oder zu analysieren sucht, um sich und ihren Werken ein Geheimnis zu bewahren. Auf diese Weise scheinen die Arbeiten schweigend Erkenntnisaspekte auszusprechen, die dennoch notwendigerweise unausgesprochen bleiben müssen.

 

Die Praxis

Zur Ausführung gelangen die „Algorithmen“ meist mittels Buntstift, den Christiane Reiter auf Papier in minutiöser Handarbeit, Strich für Strich und Schicht für Schicht zu Farbflächen verdichtet. Insofern kann von Zeichnungen nur im weitesten Sinn gesprochen werden – vielmehr ist es ein Bezeichnen. In diesen kontemplativen Handlungsvollzügen ist die Künstlerin selbst „ganz gegenwärtig und gleichzeitig auch weit weg“. Ein Zustand, der sich auch unmittelbar auf die Wirkung der Arbeiten überträgt, die gleichsam in Referenz auf den Aura-Begriff von Walter Benjamin, der diesen „als einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag“ definiert hat, gerade erst in und durch die Überlagerung ihre Bedeutung freilegen.

Der greying -Algorithmus

Bei greying basieren die Regeln auf den 12 Graustufen - 6 Kaltgrautönen und 6 Warmgrautönen- einer vorhandenen Buntstiftpalette, sowie dem Durchmesser und der Länge eines Buntstifts.

Der gesamte Werkblock besteht aus 36 Einzelbildern im Format 100 x 70 cm und ist in sich in 3 Kapitel aus je 12 Blättern unterteilt.

Die Form der Mustersegmente ergibt sich jeweils ausgehend von der Dimension eines Stiftes mit einem Durchmesser von 0,7 cm und einer Länge von 17,5 cm.

Jedes der Kapitel wurde grundsätzlich als querformatiger Block aus 3 (in der Höhe) und 4 (in der Breite) gerahmten Arbeiten konzipiert; die tatsächliche Hängung am jeweiligen Ort bleibt dennoch variabel.